Der Mast-Marathon: Warum Bauen Jahre dauert

7. Juli 2026

 

  • Der Ausbau eines Mobilfunkmasts dauert im Schnitt über drei Jahre – nicht wegen des Baus selbst, sondern wegen langwieriger Standortsuche, Genehmigungen und Stromanbindung.
  • Kommunen, Behörden und Netzbetreiber müssen zahlreiche Vorgaben und Beteiligte einbeziehen, was Verfahren oft über Monate verzögert.
  • Damit Deutschland schneller zum „besten Netz“ kommt, braucht es digitale Genehmigungen, priorisierte Stromanschlüsse und klarere Zuständigkeiten für weniger Bürokratie und mehr Tempo.

Deutschland will das „beste Netz“ – und Bund, Länder, Kommunen sowie die Netzbetreiber haben dafür mit dem Memorandum of Understanding einen gemeinsamen Rahmen für den Ausbau der digitalen Infrastrukturen geschaffen.[1] Doch trotz klarer Ziele und großer Investitionen bleibt eine zentrale Frage: Warum dauert der Ausbau der Mobilfunknetze so lange? Die Antwort liegt in einem komplexen Zusammenspiel aus Standortsuche, Genehmigungen und technischen Anforderungen.

Rund drei Jahre dauert es, bis ein neuer Mast in Betrieb geht – warum?

Eine aktuelle Bitkom-Erhebung unter den Mitgliedsunternehmen zeigt: Mehr als drei Jahre vergehen im Durchschnitt, bis ein neuer Mobilfunkmast in Betrieb geht.[2] Die eigentliche Bauzeit ist dabei gar nicht das Problem – sie beträgt rund vier Monate. Auch die technische Planung der Unternehmen ist mit acht Monaten überschaubar. Die größten Zeitfresser liegen an anderer Stelle:

  • Standortsuche (Ø 16 Monate): Geeignete Flächen zu finden ist oft schwierig. Kommunen müssen abwägen, Eigentümer überzeugt werden, und in Schutzgebieten gelten zusätzliche Auflagen.
  • Genehmigungsverfahren (Ø 10 Monate): Zahlreiche Beteiligte müssen einbezogen werden, so zum Beispiel der Flugsicherung über die Bundeswehr bis zu Naturschutzbehörden.
  • Stromanbindung (Ø 18 Monate): Ein Mast braucht Energie. Leitungen müssen gelegt, Zufahrten geschaffen, das Stromnetz ertüchtigt und Genehmigungen eingeholt werden.

 

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Was jetzt passieren muss

Damit aus dem Memorandum „Bestes Netz für Deutschland“ tatsächlich ein schnellerer Ausbau wird, braucht es konkrete Verbesserungen: Ein Liegenschaftsatlas kann helfen, öffentliche Gebäude und Grundstücke schnell auffindbar zu machen. Ebenso wichtig ist eine priorisierte Stromanbindung: Mobilfunkmasten sollten nicht monatelang auf den Netzanschluss warten müssen. Zusätzlich können digitale, einheitliche Genehmigungen den Netzausbau beschleunigen, nach dem Prinzip: Weniger Papier, mehr Tempo. Die konsequente Anwendung des „überragenden öffentlichen Interesses“ könnte ebenfalls einen spürbaren Effekt bewirken.

Weniger Bürokratie, mehr Netz

Deutschland hat beim Ausbau dennoch viel erreicht: 5G erreicht nahezu alle Haushalte, 95 % der Fläche sind versorgt, über 80 % der Haushalte können Gigabit nutzen. Doch der Weg zum flächendeckenden, zuverlässigen Netz bleibt anspruchsvoll.

Bundesminister Dr. Karsten Wildberger betonte bei der Unterzeichnung des Memorandum of Understandings: „Wir wollen mehr Tempo, weniger Bürokratie und verlässliche Rahmenbedingungen, damit der Ausbau von Glasfaser und Mobilfunk in Deutschland spürbar vorankommt. Indem wir den Fortschritt mit konkreten Kenngrößen transparent machen, schaffen wir mehr Verbindlichkeit für Investitionen, Genehmigungsprozesse und die Umsetzung der gemeinsam vereinbarten Ziele.“[3]

Mobilfunk ist heute unverzichtbar – im Zug, auf dem Land, in Schulen, bei der Homeoffice-Option, Arztpraxen und Unternehmen. Damit Deutschland das beste Netz bekommt, braucht es vor allem eines: einfachere Verfahren, klare Zuständigkeiten und Rahmenbedingungen, die Investitionen ermöglichen.

[1] https://bmds.bund.de/mou-bestes-netz

[2] https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Vereinbarung-Bestes-Netz-fuer-Deutschland

[3] https://bmds.bund.de/aktuelles/pressemitteilungen/detail/wildberger-breiter-schulterschluss-fuer-schnelleren-netzausbau

 

Veröffentlicht am 07.07.2026