Nicht nur die Smartphones verbrauchen Strom, auch die bestehende Mobilfunkinfrastruktur muss mit Energie versorgt werden. Denn ohne ein dichtes Netz an Basisstationen, Antennen und Vermittlungsstellen wäre mobile Kommunikation nicht möglich.
Mit jeder Mobilfunkgeneration hat sich die Energieeffizienz pro übertragenem Datenvolumen deutlich verbessert: 4G arbeitete wesentlich effizienter als 3G, und 5G steigert diese Effizienz nochmals erheblich. Allerdings kompensiert das stark wachsende Datenaufkommen diese Fortschritte zunehmend.
Für eine realistische Betrachtung des Energieverbrauchs ist die gesamte Mobilfunkinfrastruktur einzubeziehen – von der Herstellung über den Betrieb bis zur Entsorgung der Netzkomponenten. Dazu zählen insbesondere Server- und Speichersysteme in Rechenzentren sowie die Technik in den Basisstationen einschließlich der Antennen.
Der laufende Netzbetrieb verursacht weiterhin erhebliche Energiemengen. Netzbetreiber haben ein hohes Interesse, diesen Verbrauch zu senken – getrieben durch unternehmensinterne Nachhaltigkeitsziele, regulatorische Vorgaben zur Reduktion von Treibhausgasemissionen und die gestiegenen Strompreise. Moderne Rechnerarchitekturen sowie effizientere Gleichrichter- und Kühlsysteme leisten hierzu einen wesentlichen Beitrag.
Auch die aktuellen Mobilfunkstandards 4G und 5G sind darauf ausgelegt, den Energiebedarf im Betrieb zu minimieren. Ein zentraler Ansatz ist die bedarfsgerechte Anpassung der von Basisstationen ausgesendeten Signale. Bei geringer Auslastung – etwa nachts – können einzelne Komponenten in den Standby-Modus wechseln und bei steigendem Datenverkehr schnell wieder aktiviert werden. In fortschrittlichen Netzen unterstützt zunehmend künstliche Intelligenz dabei, den optimalen Arbeitspunkt zwischen Energieeinsparung und Leistungsfähigkeit dynamisch zu bestimmen.

Mehr Infos:
Wie kann Mobilfunk energieffizienter und nachhaltiger werden?
Energieverbrauch von Mobilfunknetzen senken – Interview mit Volker Held, Nokia