Was versteht man unter dem Begriff Strahlung und welche Auswirkungen gibt es?

Strahlung ist ein Begriff, der ganz allgemein die Ausbreitung von Teilchen oder Wellen beschreibt. Strahlung begegnet uns im täglichen Leben in vielfältiger Weise: Als Sonnen- oder Lichtstrahlen, in der Medizin als Röntgenstrahlung, als Infrarotstrahlung oder als elektromagnetische Wellen beim Mobilfunk. Einige kann man sehen und spüren, zum Beispiel Sonnenstrahlen, deren Licht und Wärme wahrnehmbar sind. Andere kann man umgewandelt wahrnehmen: So erzeugen elektromagnetische Felder Bilder und Töne in Fernsehern, Computern und Handys. In Mikrowellen erhitzen sie die Speisen. Allen gemeinsam ist, dass wenn die Strahlung auf ein Hindernis trifft, sie entweder aufgenommen und umgewandelt (absorbiert), hindurchgelassen (transmittiert), gebeugt, gebrochen, gestreut oder reflektiert wird.

Strahlen transportieren Energie, die sich durch Raum und Materie ausbreitet. Sie unterscheiden sich durch die Menge an Energie, die sie mit sich führen. Die Energiemenge bestimmt auch, wie Strahlen wirken: Bei einigen Arten ist die Energie so groß, dass sie beim Auftreffen auf die Atome diese so verändern, dass sie anschließend nicht mehr elektrisch neutral, sondern elektrisch geladen sind. Dieser Vorgang heißt Ionisation. Somit heißen alle Strahlen, die das bewirken, ionisierende Strahlen. Bei anderen reicht dagegen die Energie nicht, um Atome in elektrisch geladene Teilchen zu zerlegen. Sie werden daher nichtionisierende Strahlen genannt. Die unterschiedlichen Strahlungsarten lassen sich diesen beiden Gruppen zuordnen. Die elektromagnetischen Wellen des Mobilfunks zählen zu den nichtionisierenden Strahlen. Bei nichtionisierender Strahlung handelt es um elektromagnetische Wellen handelt, deren Energie nicht ausreicht, um andere Atome zu ionisieren. Zu diesem Bereich gehören die ganze Breite des sichtbaren Lichtes, der Infrarot-Bereich sowie elektromagnetische Felder.

Elektromagnetische Felder

Was sagt die Forschung zu gesundheitlichen Auswirkungen?

Die Frage, ob elektromagnetische Felder des Mobilfunks die menschliche Gesundheit beeinträchtigen können, wird seit vielen Jahren diskutiert. Internationale und nationale Fachgremien betonen fast durchweg, dass auf Basis des heutigen Wissensstandes bei Einhaltung der Grenzwerte keine Gesundheitsgefahren von Mobilfunkfeldern ausgehen, weder von solchen der Basisstationen noch von solchen der Endgeräte (Handys). Dennoch hält sich die Sorge vor möglichen Risiken in Teilen der Bevölkerung und hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten sowohl die Öffentlichkeit als auch die Wissenschaft immer wieder intensiv beschäftigt. Der weitere Ausbau der mobilen Infrastruktur insbesondere durch 5G sorgt in jüngster Zeit für erneuten Diskussionsstoff.

Wie wirken sich elektromagnetische Felder auf die Gesundheit des Menschen aus? Welche gesicherten Erkenntnisse gibt es? Was ist noch nicht abschließend klar?

Das Thema Mobilfunk und Gesundheit hat in den vergangenen Jahren in der Wissenschaft an Bedeutung gewonnen. Vor allem die Frage, ob schwache elektromagnetische Felder einen negativen Einfluss auf die Gesundheit haben könnten, wird von der Forschung untersucht. Das Wissen über diese Frage, speziell im Zusammenhang mit dem Mobilfunk, ist heute viel umfassender als noch vor 20 Jahren. Der wesentliche Grund ist, dass neue Daten in der Folge häufig zu gezielteren Fragestellungen, verbesserten Studiendesigns und robusteren Erkenntnissen führen. Die Fülle an Forschungsergebnissen wird periodisch zusammengefasst, um ein Gesamtbild über den Stand des Wissens zu erhalten. Diese Arbeit wird in der Regel von Expertengremien vorgenommen, häufig im Auftrag einer nationalen Behörde oder einer internationalen Organisation wie der WHO | World Health Organization (Weltgesundheitsorganisation der UNO) oder der EU.

Die heute verfügbaren Erkenntnisse kommen im Wesentlichen aus drei verschiedenen Forschungsansätzen: Zunächst aus in-vitro-Untersuchungen,  also Zellstudien im Reagenzglas. Zweitens aus in-vivo-Untersuchungen, die an lebenden Organismen (Tierstudien) durchgeführt werden und drittens aus Humanstudien, die über Untersuchungen an Menschen (epidemiologische Arbeiten und Laborexperimente) Auskunft geben. Humanstudien und Tierstudien bedürfen fast immer ethischer Prüfungen und behördlicher Einwilligungen um durchgeführt werden zu können.

Ganz generell lässt sich sagen, dass die allermeisten Expertengremien übereinstimmend zum Schluss kommen, dass bei Einhaltung der Grenzwerte eine sichere Nutzung der Mobilfunktechnologie gewährleistet ist. Unterhalb davon gibt es keine wissenschaftlich nachgewiesenen gesundheitlichen Schäden. Dennoch ist – wie fast überall im Leben – nicht alles und jedes bis ins Detail abgeklärt, deshalb existiert weiterer Forschungsbedarf.

Geht von Mobilfunk ein Risiko für die Gesundheit aus?

Nein, von Mobilfunk geht keine Gefahr für die Gesundheit aus. Internationale und nationale Fachgremien  (https://www.icnirp.org/; https://www.ssk.de/DE/Home/home_node.html) betonen fast durchweg, dass auf Basis des heutigen Wissensstandes bei Einhaltung der Grenzwert keine Gesundheitsgefahren von Mobilfunkfeldern ausgehen. Unterhalb der Grenzwerte gibt es keine wissenschaftlich nachgewiesenen gesundheitlichen Schäden. Dennoch gibt es weiteren Forschungsbedarf, vor allem im Hinblick auf mögliche Langzeiteffekte.

Wie wird der Strahlenschutz in Deutschland überwacht?

Der Mobilfunkausbau ist in Deutschland durcheinheitliche Strahlenschutzgesetze geregelt. Funkanlagen müssen danach die Grenzwerte der Verordnung über elektromagnetische Felder (26. Bundesimmissionsschutzverordnung – BlmSchV) einhalten. Bei der Festlegung ist der Gesetzgeber den wissenschaftlichen Empfehlungen der ICNIRP (Internationale Strahlenschutzkommission) gefolgt und beruft sich zusätzlich auf die Einschätzung der Strahlenschutzkommission des Bundes (SSK), sowie des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS).