Tag des Notrufs 2026: Millionen Anrufe, moderne Technik und die lebenswichtige Nummer 112

11. Februar 2026
  • 72 Prozent aller Notrufe werden über Mobilfunk abgesetzt.
  • Bei einem Notruf wählt das Gerät automatisch das stärkste verfügbare Netz, unabhängig vom eigenen Anbieter – und priorisiert die Verbindung.
  • Die Technologie AML (Advanced Mobile Location) unterstützt die Notrufabwicklung: Der genaue Standort des Anrufers wird bei Smartphone-Notrufen automatisch an die Leitstelle übermittelt.

Am 11. Februar wird bundesweit der Tag des Notrufs begangen. Er ruft die zentrale Bedeutung der europaweit gültigen Notrufnummer 112 in Erinnerung, über die Menschen in akuten Notlagen schnelle Hilfe von Feuerwehr und Rettungsdiensten erhalten.

 

Mobilfunk dominiert den Notruf

Die aktuellen Zahlen der deutschen Mobilfunknetzbetreiber zeigen eindrucksvoll, welche Rolle der Notruf im Alltag spielt: Rund 31,5 Millionen Notrufe werden in Deutschland jährlich abgesetzt. Über 72 Prozent aller Notrufe werden inzwischen per Handy oder Smartphone abgesetzt. Bei einem Notruf wählt das Gerät automatisch das stärkste verfügbare Netz, unabhängig vom eigenen Anbieter – und priorisiert die Verbindung.

Standortübermittlung rettet Zeit – und Leben

Seit über fünf Jahren unterstützt die Technologie AML (Advanced Mobile Location) die Notrufabwicklung. Dabei wird bei Smartphone-Notrufen automatisch der genaue Standort des Anrufers an die Leitstelle übermittelt. Inzwischen ist AML an allen rund 71.500 Mobilfunkstandorten sowie in etwa 320 Leitstellen aktiv. Nach dem Abbau rechtlicher Hürden wird diese Technik nun schrittweise auch für die Polizeinotrufnummer 110 eingeführt. Die technische Grundlage steht im Mobilfunknetz bereit und die Bundesländer arbeiten daran, die rechtlichen Voraussetzungen für die Einführung zu schaffen.

 

Automatische Notrufe aus Fahrzeugen nehmen zu

Eine wachsende Rolle spielen automatische Fahrzeugnotrufe: Das eCall-System ist seit 2018 Pflicht in neu zugelassenen Fahrzeugen in der EU und alarmiert bei schweren Unfällen automatisch die Rettungsleitstellen. Ende Januar 2026 haben die Mobilfunknetzbetreiber Vodafone, Deutsche Telekom und O2 Telefónica das neue Auto-Notrufsystem „Next Generation Emergency Call“ (NG eCall) in ihren Netzen gestartet. Die Verbindung wird über das 4G-(LTE)-Netz und perspektivisch über das 5G-Netz hergestellt, so gelangen Standort- und Fahrzeugdaten schneller als bisher an die Notrufzentralen. Gleichzeitig ist die Zahl der Scherzanrufe nahezu auf null gesunken, seit Notrufe von Handys ohne aktive SIM-Karte nicht mehr möglich sind – ein wichtiger Beitrag zur Entlastung der Leitstellen.

 

112 gilt europaweit

Auch über Deutschlands Grenzen hinaus bietet die 112 Sicherheit: In 27 EU-Mitgliedsstaaten sowie in 16 weiteren europäischen Ländern erreichen Reisende mit der 112 direkt die örtlichen Rettungsdienste.

Der Tag des Notrufs 2026 macht deutlich: Die 112 ist ein unverzichtbarer Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Moderne Technologien wie AML und eCall, der flächendeckende Mobilfunkausbau und die europaweite Vereinheitlichung sorgen dafür, dass Hilfe heute schneller und gezielter ankommt als je zuvor.

Veröffentlicht am 11.02.2026