- Video zeigt Praxisbeispiele für den Ausbau der Mobilfunkinfrastruktur in Natur- und Landschaftsschutzgebieten.
- Herausforderung beim Mobilfunknetzausbau: Wie lassen sich notwendige Funkanlagen mit dem Schutz von wertvollen Natur- und Kulturlandschaften vereinbaren?
- Erfolgsfaktor: Zusammenarbeit, Transparenz und verantwortungsvoller Umgang mit der Natur.
Mobilfunk ist heute weit mehr als nur Bequemlichkeit. Er ist, ähnlich wie die Energieversorgung, ein Grundpfeiler unserer modernen Infrastruktur. Mobile Kommunikation sorgt für Sicherheit und treibt die wirtschaftliche Entwicklung voran – ob in der Stadt oder in ländlichen Regionen. Doch der Ausbau des Netzes steht oft vor einer großen Herausforderung: Wie lassen sich notwendige Funkanlagen mit dem Schutz von wertvollen Natur- und Kulturlandschaften vereinbaren?
Dass dies kein Widerspruch sein muss, zeigen Praxisbeispiele aus ganz Deutschland. Mit Verantwortung, Rücksicht und Kooperation lassen sich Lösungen finden, die sowohl der digitalen Teilhabe als auch dem Umweltschutz gerecht werden.
Gezielte Schutzmaßnahmen: Das Beispiel Breitenbrunn
In Breitenbrunn, Freistaat Bayern, wurde ein neuer Mobilfunkmast in einem Landschaftsschutzgebiet errichtet. Um die ökologischen Auswirkungen so gering wie möglich zu halten, ging die Bayerische Mobilfunk GmbH methodisch vor: Eine detaillierte artenschutzrechtliche Prüfung im Vorfeld identifizierte sensible Bereiche. Es stellte sich heraus, dass zwei Bäume am Standort wichtige Quartiere für Fledermäuse boten und neun verschiedene Vogelarten den Bereich nutzten.
Die Lösung war ein aktives Ausgleichsmanagement: Die notwendigen Baumfällungen wurden außerhalb der Vogelbrutzeit durchgeführt. Als direkter Ersatz wurden zwölf Fledermausflachkästen in der unmittelbaren Umgebung installiert. Geschäftsführer Alois Scherer betont dabei das klare Ziel: Eine moderne Mobilfunkversorgung bei kleinstmöglicher Belastung für das lokale Ökosystem.
Effiziente Verfahren: Das Heinsberger Modell
Ein weiterer innovativer Weg wird im Landkreis Heinsberg beschritten. Hier hat die untere Naturschutzbehörde ein Modell für ein pauschaliertes Ersatzgeld entwickelt. „Da Mobilfunkanlagen im Vergleich zu anderen Infrastrukturprojekten nur sehr wenig Fläche verbrauchen, ist der direkte Eingriff in die Natur zwar punktuell vorhanden, aber flächenmäßig begrenzt“, so Anna Huylebrouck vom Amt für Umwelt und Verkehrsplanung des Kreises Heinsberg.
Das Konzept in Heinsberg berechnet die Höhe des Ersatzgeldes präzise anhand der benötigten Quadratmeter und der ökologischen Wertigkeit des betroffenen Biotops. Von diesem Verfahren profitieren alle Seiten:
Die Behörden sparen Zeit und Verwaltungsressourcen, Mobilfunkunternehmen erhalten schneller Rechts- und Planungssicherheit. Der Naturschutz gewinnt finanzielle Mittel, die strategisch sinnvoll für größere Umweltprojekte eingesetzt werden können.
Zusammenarbeit als Schlüssel
Diese Beispiele verdeutlichen, dass der Ausbau der digitalen Infrastruktur und der Erhalt der Natur keine Gegensätze sein müssen, wenn alle Beteiligten frühzeitig und transparent zusammenarbeiten.
Veröffentlicht am 15.01.2026