Positive Auswirkungen von Corona auf Umwelt und Digitalisierung

Weniger Verkehr und dadurch weniger CO-Ausstoß, mehr Datenverbrauch durch Homeoffice und ein wachsender Bedarf an Telekommunikationsinfrastruktur: Die Corona-Pandemie hat das Bewegungs- und Konsumverhalten der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland geändert. Dies hat laut zwei aktuellen Studien deutliche Auswirkungen auf die Umwelt. Das Wuppertal Institut und die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young) haben die Auswirkungen in der Studie "Zwischenbilanz COVID-19: Umweltpolitik und Digitalisierung" untersucht. Demnach stieg gleichzeitig mit dem Rückgang des Personenverkehrs das Datenvolumen – getrieben durch Streaming und Videokonferenzen.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace kommt in ihrer jetzt veröffentlichten Studie „Arbeiten nach Corona“ zu dem Ergebnis, dass durch Homeoffice der CO-Ausstoß um Millionen Tonnen verringert wird. Greenpeace fordert in diesem Zusammenhang den Ausbau des Glasfasernetzes sowie den flächendeckenden Ausbau des 5G-Netzes, um für alle Haushalte, auch in ländlichen Regionen, die Voraussetzungen für digitales Arbeiten zu schaffen.

Der Personenverkehr ging durch die Corona-bedingten Einschränkungen deutlich zurück. Gerade in der Anfangszeit der Corona-Maßnahmen stieg damit die Nutzung digitaler Medien, wie Videokonferenzen und Onlineshopping. Ein Viertel aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer arbeitete zeitweise im Homeoffice, teilweise reduzierten sich die Aufenthalte am Arbeitsplatz um bis zu 45 Prozent. In einer Befragung von EY geht mehr als ein Drittel aller Interviewten davon aus, dass interne und externe Meetings auch in den kommenden Jahren durch Videokonferenzen ersetzt werden. 31 Prozent erwarten, dass sie weniger berufliche Reisen unternehmen.

Greenpeace hat folgende Modellrechnung erstellt: Wenn 40 Prozent der Arbeitnehmer an zwei Tagen in der Woche von zu Hause aus arbeiten, spart das allein 5,4 Millionen Tonnen CO ein. Blieben 40 Prozent der Pendler nur einen Tag pro Woche im Homeoffice, läge die Ersparnis noch bei 2,8 Millionen Tonnen CO jährlich. Greenpeace hält ein solches Modell durchaus für realistisch: Schon vor der Pandemie seien Unternehmen und ihre Mitarbeiter davon ausgegangen, dass etwa 40 Prozent aller Angestellten auch von zu Hause arbeiten könnten.

In einer Befragung von EY geht mehr als ein Drittel aller Interviewten davon aus, dass interne und externe Meetings auch in den kommenden Jahren durch Videokonferenzen ersetzt werden. 31 Prozent erwarten, dass sie weniger berufliche Reisen unternehmen. Beide Studien kommen zum Ergebnis, dass gute Rahmenbedingungen für das Homeoffice und das virtuelle Arbeitsleben geschaffen werden sollen.