Fakten und Trends zur mobilen Internetnutzung

Das Smartphone ist zum echten Allrounder geworden: Es ist Kommunikationskanal und gleichzeitig Wissensvermittler, Alltagshelfer, Unterhaltungskünstler, Fitness Partner und Geldbeutel in einem. Die mobile Internetnutzung hat durch die Corona-Pandemie weiter zugenommen. 96 Prozent der Befragten greifen mehrmals täglich zu ihrem Smartphone, wie die aktuelle "Mobile 360° Studie" der Ad Alliance zeigt. [1] Zum zehnten Mal widmet sich die Studie den Entwicklungen und Trends im Smartphone-Markt. Hierfür wurden bei mehr als 1.400 Nutzerinnen und Nutzer zur Häufigkeit, Nutzungssituation, zur Motivation sowie zu den genutzten Inhalten befragt. Insbesondere bei Kindern und Jugendliche hat die zunehmende Mediennutzung auch negative Effekte.  Aktuelle Studien belegen einen Anstieg bei Depressionen und Spielsucht.

Smartphone-Nutzung ist ungebrochen hoch, Bildschirmzeit steigt vor allem in der jüngeren Zielgruppe an

Das Smartphone ist mittlerweile in allen Altersgruppen etabliert, aber der Blick auf die Nutzungsdauer zeigt, dass es bei den Jüngeren nach wie vor eine ganz besondere Bedeutung im Alltag hat: In der Altersgruppe der 16- bis 19-Jährigen nutzt mehr als die Hälfte der Befragten (55%) das Handy mindestens 3 Stunden am Tag, 22 Prozent sogar mehr als 5 Stunden. Der Anstieg der Nutzungszeit bei Jugendlichen während der Pandemie führt laut einer Umfrage des Deutschen Jugendinstituts, zu Unzufriedenheit bei dieser Gruppe. Sie haben nicht nur weniger Zeit mit Freundinnen und Freunden verbracht, sondern sie sind auch weniger zufrieden mit den Freundschaften und ihren Möglichkeiten, ihr Leben selbst zu gestalten. [2]

Einer Untersuchung der DAK zufolge sind mehr Jugendliche während der Corona-Pandemie an einer Depression erkrankt. Der Anteil unter den 15- bis 17-Jährigen stieg im vergangenen Jahr um acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für den Report untersuchten Wissenschaftler den Angaben zufolge anonymisierte Abrechnungsdaten von rund 800 000 Kindern und Jugendlichen im Alter bis 17 Jahren.[3]

Smartphones sorgen für soziale Kontakte in der Pandemie

Das Mobiltelefon ist das Mittel der Wahl zur Herstellung eines Gemeinschaftsgefühls, und so ist die alltägliche Kommunikation über Smartphones um einiges vielfältiger geworden: Neben dem Schreiben von Textnachrichten (82%) und E-Mails (72%) sowie dem Telefonieren (45%) erfreuen sich soziale Plattformen (48%) oder auch Videocalls (22%) großer Beliebtheit.

Fragt man die Smartphone-Nutzer*innen nach ihren Nutzungsmotiven, so zeigt sich, dass vor allem in der pandemischen Phase das Smartphone ein wichtiges Bindeglied ist, um in Kontakt zu bleiben. Kommunikation (84%) sowie Nachrichten und Informationen (83%) sind von jeher Haupt-Nutzungsmotive, allerdings nennen nun ein Viertel der Befragten (26%) auch die früher weniger verbreitete Funktion der Videotelefonie als Kommunikationsweg. Führend ist laut Studie die Videotelefonie-Funktion von WhatsApp (86%), gefolgt von den Videocall-Angeboten von Facetime (53%), Zoom (52%), Skype (51%) und Microsoft Teams (47%).

Messenger-Dienste und Social Media

Der Austausch mit Worten, Bildern und Videos über die vielen Messenger-Dienste ist nach wie vor beliebt. Nach WhatsApp (96%) werden der Facebook Messenger (41%), Telegram (22%) sowie Signal (24%) am meisten genutzt. Signal hat den größten Zuwachs (+16 Prozentpunkte) zu verzeichnen, während der Facebook Messenger sechs Prozentpunkte verloren hat.

In der jungen Zielgruppe der 16- bis 29-Jährigen unterscheidet sich die Rangfolge in der Beliebtheit der Sozialen Netzwerke deutlich von der Gesamtheit. Bei den Jüngeren nimmt insbesondere Instagram mit 83 Prozent der Nennungen als (sehr) häufig genutztes Netzwerk eine Ausnahmestellung ein (Smartphone-Nutzer Gesamt: 60%), Facebook landet in dieser Gruppe nur bei hier nur bei 39 Prozent (Smartphone-Nutzer Gesamt: 56%).

Rolle des Smartphones verändert sich

Das eigene Zuhause ist während der Pandemie zum Büro, Kinosaal, Fitnessstudio, Shoppingcenter, Restaurant und zur Spielhalle geworden und das Smartphone nimmt die Rolle als Informations- und Wissensvermittler, Entertainer, Fitnesspartner, Spielkonsole oder auch als Geldbörse ein. Vor allem bei Kindern und Jugendlichen hat während der Pandemie die krankhafte Nutzung stark zugenommen.  Einer aktuellen Studie zufolge nutzen 4,1 Prozent aller 10- bis 17-Jährigen in Deutschland Computerspiele krankhaft.[4]

Mehr Informationen zum Thema Medienkompetenz gibt es hier:

https://www.schau-hin.info/

https://www.jugendschutz.net/

https://www.informationszentrum-mobilfunk.de/mediathek/broschueren/mobilfunk-und-gesundheit-eine-information-fuer-eltern

https://www.informationszentrum-mobilfunk.de/artikel/handys-unterm-weihnachtsbaum-was-eltern-wissen-sollten

https://www.informationszentrum-mobilfunk.de/artikel/neue-studie-zeigt-risiken-des-uebermaessigen-medienkonsums-bei-kindern

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[1] https://www.ad-alliance.de/cms/news/forschung/newsletter/research-newsletter-2021/ausgabe-10-112021/mobile-360-studie.html

[2] https://www.dji.de/veroeffentlichungen/aktuelles/news/article/pandemie-macht-jugendliche-unzufriedener-mit-den-moeglichkeiten-ihre-zukunft-selbst-zu-gestalten.html

[3] https://www.dak.de/dak/bundesthemen/corona-deutlich-weniger-alkoholmissbrauch-bei-schulkindern-2518358.html#/

[4] https://www.dak.de/dak/bundesthemen/mediensucht-steigt-in-corona-pandemie-stark-an-2508248.html#/

 

Veröffentlicht am: 20.12.2021