Abschaltung der UMTS-Netze

Derzeit bauen die deutschen Mobilfunknetzbetreiber sowohl ihre LTE- (4G) als auch die 5G-Netze unter Hochdruck aus. Da Funkfrequenzen ein knappes Gut sind, sollen die UMTS-Netze in den kommenden Jahren abgeschaltet und die derzeit für UMTS (3G) genutzten Frequenzen für den Ausbau der 4G- und 5G-Netze eingesetzt werden. Ein einheitliches Datum für die Abschaltung gibt es allerdings nicht. Telekom und Vodafone wollen ihre UMTS-Netze ab Ende Juni 2021 abschalten, Telefónica spätestens bis 2022. 

Mit der Umnutzung der Frequenzen soll die digitale Infrastruktur schneller aufgebaut und die Mobilfunkversorgung in Deutschland verbessert werden. Durch die Umwidmung in modernere, schnellere Mobilfunkstandards wie LTE oder 5G stellen die Netzbetreiber zusätzliche Netzkapazitäten bereit und ermöglichen höhere Surfgeschwindigkeiten als über UMTS.

Der Großteil aller Mobilfunkkunden kann bereits heute LTE nutzen und profitiert dadurch automatisch von einem besseren Netz. Für kleine Anzahl von Kunden ergibt sich jedoch Handlungsbedarf.[1]  Telefonieren und SMS verschicken können betroffene Kunden weiter, auch die Nutzung von Datendiensten ist weiter möglich, allerdings sehr langsam. Die Netzbetreiber bieten den Kunden den Tausch alter SIM-Karten sowie den Umstieg auf andere Tarife an.  Betroffen sind auch vernetzte Geräte, von der Kaffeemaschine über Kartenterminals an Kassen und Routern mit Mobilfunkunterstützung bis hin zu den Telematik-Services in Fahrzeugen.

 

[1] Laut einer Analyse nutzen weniger als drei Prozent der Kunden noch 3G, der Datenverkehr über 3G liegt bei rund fünf Prozent des Gesamtdatenverkehrs. https://www.vodafone.de/newsroom/netz/bye-bye-3g-vodafone-setzt-kuenftig-noch-mehr-auf-lte-und-5g/